Reinigung von Naturstein mit Pasten
An Natursteinoberflächen treten häufig Verfärbungen auf, die den ästhetischen Gesamteindruck eines Bau- oder Kunstwerkes stören. Derartige Verfärbungen können witterungsbedingt sein, wie z.B. die Bildung von dunklen Gipskrusten. Überwiegend sind es aber Eisen-, Mangan- oder Kupferverbindungen unterschiedlicher Herkunft, die in den oberflächennahen Schichten angereichert wurden. Bisweilen können auch Reinigungsmaßnahmen mit ungeeigneten Materialien Ursache von Natursteinverfärbungen sein. An hellen Oberflächen genügen oft geringe Substanzmengen, um deutlich sichtbare Flecken zu bilden.
In vielen Fällen lassen sich diese Verfärbungen mit Pasten, die reaktive Bestandteile enthalten, entfernen. Anders als bei mechanischen Verfahren (Mikrostrahlen oder Schleifen) wird durch das schonende Reinigungsprinzip die Originalsubstanz nicht angegriffen, so dass auch fragile Oberflächen behandelt werden können.
Die Pasten müssen eine Reihe von Anforderungen genügen. Sie dürfen keine Schwindrisse bilden und das Trägermedium muss bis zur vollständigen Abtrocknung fest an der Oberfläche haften und dabei einen guten kapillaren Kontakt zum meist porösen Stein haben. Zu berücksichtigen ist ferner, dass die Paste nach der Behandlung wieder entfernt leicht werden kann. Auf empfindlichen Oberflächen sollte dies nur durch Wasser oder mit weichen Bürsten möglich sein.
In jedem Fall ist es empfehlenswert, Musterflächen an den geschädigten Objekten anzulegen, um die Rezepturen und die notwendigen Arbeitsschritte testen zu können.
Die Reinigungspasten können sowohl per Hand als auch mit kleinen Putzmaschinen appliziert werden. Letzteres erlaubt bei größeren Objekten eine sehr rationelle Arbeitsweise.






Entfernung von grünen Kupferverfärbungen
Eisenverfärbungen auf Natursteinoberflächen entstehen meist durch die Reaktion von bereits im Gestein enthaltenen Eisen mit aktivierenden Substanzen. Dies können Wasser oder auch Reinigungsmittel sein. Das Eisen, das sonst in feinverteilter Form vorliegt, wird durch die Aktivierung löslich und an der Oberfläche angereichert, wo es als braune Verfärbung in Erscheinung tritt.
Kalksteinfries am Alten Museum der Berliner Museumsinsel
Auf kalzitischen Materialoberflächen wie Marmor, Kalkstein aber auch Kunststein und Putz können sich Gipskrusten bilden. Der Gips entsteht durch die Umwandlung von Kalzit durch die Einwirkung von schwefelsaurem Regen (SO2). Der an sich weiße Gips bekommt durch Anlagerung von Staub und Ruß seine charakteristische dunkelgraue Färbung.
Als Beispiel für die Entfernung von Gips durch unsere Reinigungspaste dient das Grabmahl Hirschfeld. Das Grabmahl besteht aus grobkristallinem Marmor und befindet sich auf dem jüdischen Friedhof Berlin-Prenzlauer Berg.
Von Kupfer- oder Bronzeoberflächen herablaufendes Wasser verursacht auf Bauteiloberflächen grüne Verfärbungen. Die Verfärbungen entstehen durch die Reaktion von gelöstem Kupfer mit calcitischen Bestandteilen des Baustoffs.
Die Abbildungen zeigen den Sockel vom Großen Kurfürsten vor dem Schloss Charlottenburg Berlin.