Thermisch und konvektive Trocknung von Mauerwerk

Anwendung und Funktionsweise

Nach Überschwemmungen, Rohrbrüchen und anderen Wasserschäden besteht oft die Notwendigkeit, durchfeuchtetes Mauerwerk möglichst schnell zu trocknen, um Wohn- und Gewerberäume wieder nutzen zu können. Ohne den Einsatz von Bautrocknern, IR-Strahlern oder Mikrowellentrocknern kann es insbesondere bei dickem Mauerwerk Jahre dauern, bis das Mauerwerk abgetrocknet ist. Doch auch  bei Einsatz von Kondensationstrocknern und Oberflächenheizungen liegt die Trocknungszeit oft bei mehreren Monaten. Mikrowellentrockner haben einen schlechten Wirkungsgrad, allein die Trafoverluste betragen etwa 50%. Von A. Bidmon wird berichtet (Bauschadensfälle Band 4, Stuttgart, Frauenhofer IRB Verlag 2003), dass nach einer 8 wöchigen Mikrowellentrocknung eines Raumes in einem vom Hochwasser betroffenen Einfamilienhaus in Dresden noch Feuchtegehalte von 6 Masse% im Mauerwerk gemessen werden konnten.

Bei der Anwendung von Injektionsverfahren zur nachträglichen horizontalen Abdichtung von Mauerwerk gegen aufsteigende Feuchtigkeit ist oft eine schnelle Vortrocknung der Injektionsebene notwendig, damit ein möglichst großer Porenanteil für die Aufnahme des Injektionsmittels zur Verfügung steht. Für diesen Zweck wurde von der FEAD-GmbH ein Trocknungssystem entwickelt, bei dem ein auf etwa 100°C erwärmter Luftstrom durch das Mauerwerk gedrückt wird. Dafür werden in einem Raster Packer mit einer geregelten Heizung eingesetzt und mit einem Kompressor ein Überdruck zwischen 1 und 10 Bar angelegt. Das Mauerwerk wird durch den Luftstrom gleichmäßig erwärmt und das verdunstende bzw. verdampfende Wasser wird mit dem Luftstrom nach außen abgeführt.




  • Die Abbildungen zeigen die Wirkungsweise und den prinzipielle Aufbau der Heizpacker.

    Für viele Injektionsmitteln sollte der maximale Durchfeuchtungsgrad 50% nicht überschreiten. Ist der Durchfeuchtungsgrad höher, so kann das Mauerwerk mit den Heizpackern der FEAD GmbH innerhalb von wenigen Tagen getrocknet werden. Dazu werden zunächst die notwendigen Bohrlöcher in der Injektionsebene gebohrt und in jedes zweite Bohrloch ein Heizpacker eingesetzt. Nach der Abkühlung des Mauerwerkes sollte die Injektion dann unmittelbar anschließend erfolgen, um zu verhindern, dass erneut Feuchtigkeit kapillar aufsteigen kann.

    Zur Flächentrocknung von Mauerwerk nach Rohrbrüchen oder Überschwemmungen werden die Heizpacker in ein Raster von Bohrlöchern eingesetzt und in Betrieb genommen. Der Wasserdampf wird mit der Luftströmung zu beiden Seiten des Mauerwerkes transportiert und kann an den Oberflächen entweichen.

    Beispiele für eine erfolgreiche Anwendung des Verfahrens finden sich in der Referenzliste.

     


    Thermische und konvektive Trocknung von Mauerwerk mit hohen Durchfeuchtungsgraden zur Vorbereitung einer Anwendung von Injektionsverfahren, Friese, P und Hilbert, G, Bautenschutz+Bausanierung, (21)1998, Heft 8, S. 17-23