Thermisch und konvektive Trocknung von Mauerwerk

Anwendung und Funktionsweise

Zur Vorbereitung von Sanierungsmaßnahmen oder in Schadensfällen (Rohrbruch, Hochwasser, ...) soll nasses Mauerwerk oft schnell getrocknet werden.

Bei den bisher eingesetzten Verfahren (Bautrockner, IR-Strahler, Mikrowelle) besteht besonders bei dickem Mauerwerk das Problem der Ableitung des Wassers aus tieferen Schichten. So berichtet A.Bidmon [Bauschadensfälle Band 4, Stuttgart, Fraunhofer IRB Verlag 2003] von der Mikrowellentrocknung eines Raumes in einem Einfamilienhaus in Dresden nach dem Hochwasser 2002. Entgegen der Angabe des Unternehmers  wurde im Mauerwerkskern nach 8 Wochen wurden immer noch Feuchtegehalte von 6 % gemessen. Die Mikrowellentrocknung ist sicher deutlich schneller als eine „natürliche“ Trocknung, benötigt bei dickem Mauerwerk aber erheblich mehr Zeit als eine Woche.  

Die schnelle Trockung von massivem Mauerwerk ist  mit den neu entwickelten Heizpackern der FEAD GmbH möglich. Sie besitzen neben einer temperaturgeregelten Heizung einen Druckluftanschluß. Das thermisch verdampfte Wasser wird mit einem Luftstrom nach außen abgeführt, so dass im Gegensatz zu anderen Methoden auch dickes Mauerwerk in kurzer Zeit getrocknet werden kann.

Zur Trocknung werden die Packer in ein Raster von Bohrlöchern eingesetzt und bei einem angelegten Überdruck im Bohrloch beheizt. Der Überdruck kann von 0 bis 10 Bar variiert werden. Durch die Luftströmung, die durch die Poren des Mauerwerkes geht, wird der Wasserdampf nach außen abgeführt. Diese Art der Trocknung hat gegenüber einer rein thermischen Trocknung den Vorteil, daß lokale Überhitzungen, die zu Rissen im Mauerwerk führen können, vermieden werden.

Die Wirkungsweise und der prinzipielle Aufbau der Heizpacker sind in den folgenden Abbildungen dargestellt.

Luftströmung durch das feuchte Mauerwerk, beginnende Trocknung

Fortgeschrittene Trocknung des Mauerwerks

Nahezu vollständige Trocknung des Mauerwerks

Zur Trocknung von Mauerwerk für die Vorbereitung zur Anwendung von Injektionsverfahren wird empfohlen, zunächst die vorgesehenen Bohrlöcher einzubringen, alternierend in jedes zweite Bohrloch einen Heizpacker einzusetzen und mehrere Tage vorzutrocknen. Die Injektion sollte dann unmittelbar nach der Vortrocknung, nach Möglichkeit ebenfalls unter Druck durchgeführt werden, damit nicht aus der Umgebung erneut Wasser in die Injektionsebene transportiert werden kann. 

Aus der Verdampfungsenthalpie von Wasser und den mittleren spezifischen Wärmen kann berechnet werden, daß von einem Packer mit einer Leistungsaufnahme von 200 W an einem Tag ca. 6 Liter Wasser verdunstet werden. 


Thermische und konvektive Trocknung von Mauerwerk mit hohen Durchfeuchtungsgraden zur Vorbereitung einer Anwendung von Injektionsverfahren,  Friese, P und Hilbert, G, Bautenschutz+Bausanierung, (21)1998, Heft 8, S. 17-23