Feuchtes Mauerwerk
Voruntersuchungen und Möglichkeiten zur Sanierung
Dr. Peter Friese
Einführung und Problemstellung
Eines der schwierigsten Probleme bei der Instandsetzung von Altbausubstanz ist die Sanierung von feuchtem und versalzenem Mauerwerk. Ursprünglich vorhandene Abdichtungen sind oft nicht mehr funktionsfähig und große Probleme können bei einer veränderten Nutzung von umbautem Raum auftreten. Beispielsweise war noch vor einigen Jahrzehnten für die Lagerhaltung von Kartoffeln und Gemüse in Kellerräumen eine gewisse Kellerfeuchte durchaus erwünscht und in ländlichen Gegenden mit trockenem Baugrund wurde häufig Stampflehm von außen unter Terrain am Mauerwerk angebracht, um eine zu starke Austrocknung der Kellerräume zu verhindern. Besonders problematisch ist die Umnutzung von ehemaligen Viehställen. Hier können große Mengen hygroskopischer Salze im Mauerwerk vorliegen, die zu Putzschäden und zu einer stark erhöhten Grundfeuchte im Mauerwerk führen.
Eine fachgerechte Sanierung von feuchtem Mauerwerk erfordert sorgfältige Voruntersuchungen, ein solides Grundwissen und ausreichende Erfahrungen bei den ausführenden Firmen. Leider sind aber die gesetzlichen Grundlagen in dieser Branche im Moment so, dass (fast) jeder - ob qualifiziert oder völlig unqualifiziert - mit einem einfachen Gewerbeschein Arbeiten auf diesem Gebiet ausführen kann. Dabei gibt es viele seriöse Firmen, die sich auf Weiterbildungsveranstaltungen oder autodidaktisch das notwendige Hintergrundwissen angeeignet haben und Verfahren zur Bauwerkstrockenlegung anwenden, die nachweislich geeignet sind. Daneben tummeln sich auf dem Mark aber viele Anbieter mit obskuren Verfahren, deren angebliche Wirkungsweise in einer pseudowissenschaftlichen Terminologie erklärt wird, die für den Auftraggeber in der Regel nur schwer als Schwindel zu durchschauen ist.
Ziel dieses Beitrages ist es, den Eigentümern und Verwaltern von Gebäuden mit feuchtegeschädigtem Grundmauerwerk einige Hinweise und Tipps zu geben, wie zwischen seriösen und unseriösen Anbietern von Bauwerkstrockenlegungsmaßnahmen unterschieden werden kann und wie die Ausführung der Arbeiten vorbereitet und nach Abschluss überprüft werden sollte.
Die Notwendigkeit vorbereitender Untersuchungen
Feuchtigkeit im Mauerwerk kann man weder sehen, noch riechen und auch nicht durch Handauflegen feststellen. Die einzige Möglichkeit, den Wassergehalt im Mauerwerk zu ermitteln, ist, Bohrproben zu entnehmen und diese im Labor oder mit Hilfe eines CM-Gerätes an Ort und Stelle zu analysieren. Wenn ein vermeintlicher "Fachmann" mit einem Handgerät erscheint, dieses an das zu untersuchende Mauerwerk hält und auf einer Skala den Wassergehalt abliest, ist bereits größte Vorsicht geboten, denn es gibt noch keine Geräte, mit denen man auf diese einfache Art und Weise Wasseranteile messen könnte. Noch größere Skepsis muss jemandem entgegengebracht werden, der glaubt, aufsteigende Feuchtigkeit an Verfärbungen und Putzschäden im erdnahen Bereich rein visuell erkennen zu können.

Abbildung 1: Ist dieses Gebäude von aufsteigender Feuchtigkeit befallen oder nicht?
Eine Antwort darauf kann nur eine fachgerechte Voruntersuchung geben. Im vorliegenden Fall erwies sich das Mauerwerk als weitgehend trocken. Spezielle Abdichtungsmaßnahmen waren hier nicht notwendig.
In der Abb. 1 ist die Fassade von einem Gebäude gezeigt, von dem viele Laien aber auch einige Fachleute aufgrund des äußeren Eindruckes sagen würden, dass sie in hohem Maße von aufsteigender Feuchtigkeit befallen sind. Tatsächlich haben aber Messungen ergeben, dass das Mauerwerk nur im Spritzwasserbereich geringfügig durchfeuchtet ist (Wassergehalt in einer Höhe von 30 cm über Terrain 3 Masse%). In einer Höhe von 50 cm über Terrain ist das Mauerwerk bereits vollständig trocken. Die dunklen Verfärbungen werden von einer Gipskruste mit eingelagerten Schmutzpartikeln verursacht, die über einen komplizierten Reaktionsmechanismus gebildet wird und sich dann langsam ausbreitet. Wenn heller Putz durch Schlagregen oder Spritzwasser durchfeuchtet wird, erscheint er etwas dunkler als trockener Putz. Diese "Erfahrung" wird von vielen dann so verallgemeinert, dass dunkle Flecken, wie sie in Abb. 1 gezeigt sind, als durchfeuchtetes Mauerwerk angesehen werden. Ganz ähnlich verhält es sich mit sichtbaren Putzschäden im erdnahen Bereich. Hier kann durchaus ein bindemittelarmer Putz verwendet worden sein, der bei gelegentlichem Schlagregen zunehmend zerstört wird. Es ist aber auch möglich, dass Putzschäden ausschließlich durch bauschädliche Salze verursacht wurden. Bei den zahlreichen Gebäudeuntersuchungen, die von unserem Labor ausgeführt wurden, hat es viele Fälle gegeben, bei denen von den Auftraggebern zwar Feuchtigkeit im Mauerwerk vermutet wurde, sich bei den Analysen aber herausstellte, dass das Mauerwerk vollständig trocken war und ein Neuverputz für die Sanierung ausreichte.
Feuchtigkeit im Mauerwerk kann verschiedene Ursachen haben. Neben der aus dem Baugrund aufsteigenden und seitlich in das Mauerwerk eindringenden Feuchtigkeit können falsche Nutzungsgewohnheiten zu Kondensation von Wasserdampf an den Wänden führen. Die Folgen sind oft muffiger Geruch und die Ansiedlung von Mikroorganismen (z.B. Schwarzschimmel). Zusätzlich können hygroskopische Salze im Mauerwerk enthalten sein, die schwankende, von der jeweiligen relativen Luftfeuchtigkeit abhängige Durchfeuchtungen des Mauerwerkes verursachen.
 
Beispiele: Typische Wasserverteilung im Mauerwerk bei seitlich eindringender Feuchtigkeit und guter Kellerlüftung (links) und bei aus dem Fundamentbereich aufsteigender Feuchtigkeit (rechts).
Vor jeder Sanierung sollte daher eine Voruntersuchung zu den Ursachen der Durchfeuchtung durchgeführt werden, um anschließend die richtigen Maßnahmen zur Trocknung einleiten zu können. Es ist dies ganz analog zur Medizin: Auch hier muss erst eine Diagnose gestellt werden, um dann die richtige Therapie anwenden zu können. Natürlich gibt es einige Fälle, bei denen die Krankheit rein visuell erkannt werden kann. In der Regel ist es aber notwendig, Fieber und andere Werte zu messen, aus denen dann das Krankheitsbild "zusammengesetzt" werden kann. Der diagnostische Aufwand kann in beiden Fällen unterschiedlich sein. Die Mindestanforderung an eine sinnvolle Untersuchung von feuchtem Mauerwerk ist die Entnahme von einigen Bohrproben, bei denen der Wassergehalt bestimmt wird. Gewissenhafte Gutachter legen vertikale Messachsen an und untersuchen Proben aus verschiedenen Schichten des Mauerwerkes hinsichtlich des Gehaltes an bauschädlichen Salzen und Wasser.
Die Kosten für Voruntersuchungen betragen nur ein Bruchteil der bei einer späteren Sanierung aufzuwendenden finanziellen Mittel. Bei richtiger Sanierungsplanung, wie sie von vielen Fachleuten seit Jahren gefordert wird, können jedoch beträchtliche Mengen an Geld eingespart werden.
Geeignete Verfahren zur Sanierung von feuchtem Mauerwerk
In den meisten Fällen wird über Terrain aufsteigende Feuchtigkeit dadurch verursacht, dass Sickerwasser unter Terrain seitlich in das Mauerwerk eindringt und dann aufsteigt. Wirksame Abhilfe schafft hier das Anbringen neuer Vertikalabdichtungen, d.h. das Mauerwerk muss bis zur Fundamentsohle aufgegraben, gereinigt und außen mit geeigneten Beschichtungssystemen versehen werden. Von verschiedenen Herstellern für Bautenschutzmittel werden für diesen Zweck qualitativ hochwertige Systeme angeboten, die eine Lebensdauer von vielen Jahrzehnten haben und auch im Fall von drückenden Wasser gut geeignet sind. Das Anbringen neuer Vertikalabdichtungen hat den Vorteil, dass gleichzeitig die Kellerräume austrocknen können. Wenn die Fundamentsohle 150 - 200 cm unter Terrain liegt und die Kellerräume gut gelüftet werden, erübrigen sich oft weitere Maßnahmen. Nur in ganz seltenen Fällen, bei einem extrem hohen Angebot an Wasser aus dem Baugrund und feinporigem Ziegelmauerwerk kann das Wasser dann noch über Terrain aufsteigen. In diesem Fall sollte nach Möglichkeit eine Horizontalabdichtung kurz oberhalb des Kellerfußbodens und anschließend eine Vertikalabdichtung eingebaut werden.
Die sichersten Horizontalabdichtungen sind mechanische Sperren aus Edelstahlblechen, Kunststoffplatten und Folien, die über den ganzen Mauerwerksquerschnitt eingebracht werden und einen kapillaren Anstieg des Wassers verhindern. Um sie einzubringen, muss das Mauerwerk geschlitzt werden, um es nach Einlegen der Sperrmaterialien wieder kraftschlüssig zu verkeilen und zu verpressen, damit keine Setzungsrisse auftreten können. Bei einigen Verfahren werden Edelstahlbleche in das Mauerwerk eingeschlagen. Die Entwicklung neuer Geräte zum Auftrennen des Mauerwerkes haben dazu geführt, dass die mechanischen Verfahren z.Z. bereits verhältnismäßig preiswert angeboten werden.
Problematisch wird die Anwendung mechanischer Verfahren, wenn sehr hartes Mauerwerk vorliegt (Mischmauerwerk, Bruchsteinmauerwerk, Beton). Die Kosten für das Aufsägen des Mauerwerkes können dann recht hoch sein, bedingt durch den starken Materialverschleiß der diamantbesetzten Sägen oder Trennseile und durch den hohen Zeit- und Geräteaufwand.
Weit verbreitet sind z.Z. Injektionsverfahren, bei denen in der gewünschten Sperrebene über nebeneinander angeordnete Bohrlöcher verschiedene Injektionsmittel in das Mauerwerk eingebracht werden. Der kapillare Wasseranstieg wird bei diesen Verfahren dadurch gestoppt, dass entweder alle Poren des Baumaterials verschlossen werden und/oder das Mauerwerk durch bestimmte chemische Substanzen wasserabweisend gemacht (hydrophobiert) wird. Das Einbringen der Injektionsmittel kann unter Druck aber auch drucklos durch einfaches Eingießen des Mittels in die Bohrlöcher erfolgen.
Die Injektionsverfahren sind oft wesentlich preiswerter als die mechanischen Verfahren, bergen aber das große Risiko, nicht richtig ausgeführt zu werden. Eine Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung der Injektionsverfahren ist, dass das Injektionsmittel über den ganzen Mauerwerksquerschnitt verteilt wird. Um dies zu gewährleisten, sind umfangreiche Voruntersuchungen notwendig. Beispielsweise darf der Wassergehalt nicht größer als 50% des Sättigungswertes sein. Andernfalls kann das Injektionsmittel nicht in der notwendigen Menge vom Mauerwerk aufgesaugt werden. Bei einem sehr hohen Feuchtegehalt muss das Mauerwerk vorgetrocknet werden. Für diesen Zweck gibt es spezielle Heizpacker mit Druckluftanschluss [1].
Oft ist es sinnvoll in Vorversuchen zu ermitteln, wie groß die Bohrlochabstände gewählt werden müssen, um eine ausreichende Menge an Injektionsmitteln in das Mauerwerk eintragen zu können. In der Praxis wird oft auf derartige Untersuchungen verzichtet mit dem Ergebnis, dass die entsprechenden Injektionsverfahren nicht fachgerecht angewendet werden und das Mauerwerk nicht austrocknet. Wenn neuer Putz aufgetragen wurde, bemerken die Auftraggeber dies aber möglicherweise erst nach einigen Jahren und können dann keine Regressforderungen mehr stellen. Nicht selten werden aber auch Gebäude, wie sie in Abb. 1 gezeigt und oben beschrieben wurden, mit Injektionsverfahren "trockengelegt", obwohl dies natürlich nicht notwendig wäre.
Keine übermäßig großen Erwartungen dürfen in den Austrocknungseffekt gesetzt werden, den elektrokinetische Verfahren (oder auch elektrophysikalische Verfahren genannt) verursachen. Bei diesen Verfahren werden Elektroden in Form von Bändern, Stäben, Platten u.a. am oder im Mauerwerk angebracht und gegen Erdersysteme unterschiedlich hohe Spannungen angelegt. Die Trocknung erfolgt hier unter Ausnutzung des elektroosmotischen Effektes, der unter bestimmten Voraussetzungen eine kapillare Wasserströmung von der Anode (im Mauerwerk eingesetzte Elektroden) zur Kathode (Erderstäbe oder Erdersysteme) verursacht. Die richtige Handhabung dieser Verfahren erfordert von den ausführenden Firmen ein hohes Maß an Fachwissen auf dem Gebiet der Elektrochemie und extrem gründliche Voruntersuchungen, da es einige Baumaterialien gibt, die nicht elektroosmotisch getrocknet werden können. Der Grad der Abtrocknung ist weitgehend vom Stromfluss abhängig. Ist dieser kleiner als etwa 10 mA pro Quadratmeter Mauerwerksquerschnitt, so ist mit keiner signifikanten Trocknung zu rechnen. Aber auch mit wesentlich höheren Stromdichten ist es nicht möglich, Mauerwerk, das 10 Masse% Wasser enthält, auf Werte von 2 - 3 Masse% abzutrocknen. Die Restfeuchten, die auch bei sachgemäßer Anwendung elektrokinetischer Verfahren im Mauerwerk verbleiben, sind für die üblichen Nutzungskonzepte meist zu hoch.
Ungeeignete Verfahren
Auf dem Gebiet der Sanierung von feuchtem Mauerwerk gibt es leider zahlreiche Anbieter von Verfahren, die nach derzeitigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht funktionieren können. Dazu gehören alle Erdungsverfahren, bei denen ohne externe Stromquelle Elektroden im Mauerwerk mit Erdersystemen verbunden werden. Auch das vertikale Einbringen von Stahlstäben in Bohrlöcher kann aufsteigende Feuchtigkeit nicht unterbinden. Eine besondere Kuriosität sind Körbe oder Kästchen, die in einem Gebäude aufgestellt werden und über eine imaginäre Strahlung eine Trocknung bewirken sollen. Dazu muß gesagt werden, dass es keine Strahlung gibt, die den kapillaren Wasseranstieg behindern könnte. Die Anbieter dieser "Zauberkästchen" versprechen, ihre Produkte wieder zurückzunehmen, wenn kein Trocknungseffekt nachzuweisen ist und rechnen damit, dass ein Teil der Kunden den Schwindel nicht bemerkt. Wenn vorher von unabhängigen Gutachtern keine Analysen angefertigt wurden, ist es sehr schwer zu beweisen, dass keine Austrocknung des Mauerwerkes erfolgte.
In Inseraten werden oft Produkte angeboten, die in einfachster Weise auch für den Heimwerker zur Sanierung feuchter Wände anwendbar sein sollen. Ein Anrühren dieser "Wundermittel" mit Wasser und ein zweimaliges Einstreichen des Mauerwerkes soll genügen, um alle Feuchtigkeitsprobleme zu lösen. Man könnte meinen, dass niemand so naiv sein kann, diesen Versprechungen Glauben zu schenken. Scheinbar finden aber auch derartige Produkte einen lohnenden Absatz.
Möglicherweise gibt es noch eine ganze Reihe ungeeigneter Verfahren, die von unseriösen Firmen vertrieben werden. Grundsätzlich sind bei allen Angeboten, die vorgeben, ohne Injektion von Bautenschutzmitteln oder ohne mechanisches Einbringen von Horizontal- und Vertikalabdichtungen feuchtes Mauerwerk sanieren zu können, Zweifel angebracht.
Einige Ratschläge für die Vergabe von Aufträgen zur Sanierung von feuchtem Mauerwerk
1. Von einem unabhängigen Sachverständigen sollte zunächst eine Untersuchung des zu sanierenden Mauerwerkes vorgenommen und unter Berücksichtigung der vorgesehenen Nutzung ein Sanierungskonzept erarbeitet werden. Dabei kann sich mitunter herausstellen, dass es genügt, das Mauerwerk neu zu verputzen (möglicherweise mit einem speziellen Sanierputz) oder Innenräume wirkungsvoll zu durchlüften. Es ist auch möglich, dass die Anwesenheit hygroskopischer Salze im Mauerwerk die Durchfeuchtung verursacht und das nachträgliche Einbringen von Vertikal- und Horizontalabdichtungen wenig sinnvoll ist. Viele Sanierungsfirmen bieten solche Untersuchungen gratis an. Es ist aber zu bedenken, dass diese Firmen natürlich ihre Produkte und Verfahren verkaufen wollen und deshalb manchmal auch Arbeiten empfehlen, deren Ausführung nicht notwendig wäre.
2. Aufträge sollten nur an solche Firmen vergeben werden, die nachgewiesenermaßen fachkundig sind und bewährte Verfahren und Produkte einsetzen. Um später die Wirkung einer Sanierungsmaßnahme beurteilen zu können, ist es notwendig, vor der Sanierung die Ausgangswerte der Durchfeuchtung und der Versalzung des Mauerwerkes an festgelegten Stellen zu kennen. Die Austrocknung des Mauerwerkes kann unter ungünstigen Bedingungen ein bis drei Jahre dauern.
3. Die ausführenden Firmen sollten vertraglich verpflichtet werden, einen oberen Grenzwert für die Restfeuchte im Mauerwerk nach angemessener Trocknungszeit anzugeben. Wird dies nicht getan, so könnte eine unbedeutende Verminderung des Wassergehaltes im Mauerwerk (z.B. von 10 auf 8 Masse%) bereits als Trocknung angesehen werden.
4. Vom Auftraggeber sollten grundsätzlich mehrere Angebote von ausführenden Firmen eingeholt werden. Bereits an der Ausführung der Analysen und den vorgelegten Sanierungsvorschlägen kann man erkennen, ob eine Firma ausreichend für die entsprechenden Arbeiten qualifiziert ist. Größte Vorsicht ist bei Billiganbietern geboten.
Seit einigen Jahren bemühen sich die in dem "Feuchte- und Altbausanierung e.V." (FAS) zusammengeschlossenen Firmen, Gutachter, Restauratoren, Naturwissenschaftler und Architekten um eine qualitätsgerechte Sanierung von feuchtem und versalzenem Mauerwerk. Auf verschiedenen Weiterbildungsveranstaltungen, die vom FAS angeboten werden, können Interessenten das notwendige Hintergrundwissen erwerben und Erfahrungen mit verschiedenen Sanierungsverfahren austauschen. In jüngster Zeit hat der FAS e.V. damit begonnen, das Fachwissen und die technischen Voraussetzungen einzelner Firmen zu prüfen und zu zertifizieren. In einigen Jahren können dann Auftraggeber aufgrund der Zertifikate einfacher unterscheiden, ob es sich bei einem Anbieter um eine seriöse Firma handelt oder nicht. Zwischenzeitlich können Tipps und Informationen bei der Geschäftsstelle des FAS e.V., Herrn Dipl. Ing. Jörg Beck, Postfach 122, 13061 Berlin eingeholt werden.
Kosten von Voruntersuchungen
Wie in der medizinischen Diagnostik können auch die Kosten für Untersuchungen zur Feuchte- und Salzbelastung von Mauerwerk und die Ausarbeitung von Sanierungsempfehlungen recht unterschiedlich sein. Für einfache Untersuchungen an Gebäuden mit einer Grundfläche von 100 - 300 m2 muss mit Preisen zwischen 250 und 2000 Euro gerechnet werden. Von unserem Labor werden in diesem Kostenrahmen 40-120 Einzelanalysen des Salz- und Wassergehaltes von Mauerwerksproben durchgeführt, incl. der Entnahme der Bohrproben, der Auswertung der Ergebnisse und der Ausarbeitung von Sanierungsempfehlungen.
Die Kosten für eine Einzelanalyse des Salz- und Wassergehaltes einer Bohrprobe betragen 25,50 Euro. Werden mehr als 3 Proben angeliefert, reduzieren sich die Kosten auf 18,00 Euro/Probe.
Der Autor, Dr. Peter Friese, ist Geschäftsführer der FEAD-GmbH und Vorsitzender des Feuchte- und Altbausanierung e.V.
Die FEAD-GmbH führt u.a. auch Untersuchungen von feuchte und salzgeschädigtem Mauerwerk aus und erarbeitet Sanierungsvorschläge.
[1] Thermische und konvektive Trocknung von Mauerwerk mit hohen Durchfeuchtungsgraden zur Vorbereitung einer Anwendung von Injektionsverfahren, Friese, P und Hilbert, G, Bautenschutz+Bausanierung, (21)1998, Heft 8, S. 17-23
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